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Oderbruchpokal 2017 – MOZ Artikel vom 27.12.

Fußballer aus Wriezen holen sich in Letschin den Oderbruchpokal / SG Müncheberg erneut Zweiter

Oderbruch-Pokal entscheidet sich in der Schlusssekunde

Letschin (MOZ) Das erste große Fußball-Hallenturnier in diesem Winter hat der FSV Blau-Weiß Wriezen gewonnen. Der 24. Oderbruch-Pokal geht nach einem hochdramatischen Finale in der gut besuchten Sporthalle von Letschin in die sogenannte Oderbruchhauptstadt. Im Finale bezwangen die Blau-Weißen die SG Müncheberg mit 5:4.

Das konnten die meisten der Fans kaum glauben, die SG Müncheberg lag im Finale schon mit 4:0 in Front und eigentlich gab es für die Blau-Weißen aus Wriezen kaum noch Hoffnung. Doch nach mehr als der Hälfte der gespielten Zeit der angesetzten 15 Minuten des Finals im Oderbruchpokal-Turnier kippte das Spiel plötzlich. Toni Pförtner und Kai Deutschmann mit einem schönen Schuss aus dem Rückraum brachten die Müncheberger überraschend schnell in Führung. Carsten Thomas legte mit zwei Treffern nach. Doch es gibt dann eben Fußballspiele, die entwickeln eine ganz eigene Dynamik. Und so brachten Sebastian Juhre und Paul Stiehn die Blau-Weißen binnen weniger Minuten zumindest wieder auf zwischenzeitliche Tuchfühlung. Als dann Kilian Karpe sogar noch den Anschlusstreffer für Wriezen besorgte, brannte die Halle förmlich. Beide Mannschaften legten nach einem langen Turnier noch mal richtig nach. 2:11 Minuten zeigte da die Hallenuhr. Und wieder war es Karpe, der dann sogar den Ausgleich schaffte. Kurz vor Schluss musste Schiri Robert Nitz auf den Punkt zeigen. Was war passiert? Paul Stiehn war einfach nicht zu stoppen. In seinen Lauf warf sich der Müncheberger Johannes Noack: Elfmeter. Waldemar Zeiser verwandelte sicher und brachte Sekunden vor der Sirene tatsächlich noch den Siegtreffer für die Wriezener.

Betreuer auf der blau-weißen Bank war an diesem Tag Daniel Stein. “Ich glaube, nach unserer bis dahin so schwierigen Saison haben wir uns auch einmal einen Erfolg verdient. Eventuell gibt uns dieser Sieg hier in Letschin für die Rückrunde in der Landesklasse Nord wieder neuen Schwung. Auf jeden Fall sind wir in der Halle in diesem Winter eine echte Macht.”

Sicherlich, verdient war es, aber auch die Müncheberger spielten ein großartiges Turnier. Sie bewiesen immer wieder einen großen Schuss Spielwitz und vor allem großartigen Kampfgeist. Für sie bleibt nunmehr der Trost, zum dritten Mal in Folge den zweiten Platz in diesem Turnier gewonnen zu haben. Im nächsten Jahr wird die 25. Auflage des Oderbruch-Pokals ausgespielt und deshalb kamen schon die ersten Stimmen aus dem Müncheberger Lager, die ganz klar bestätigten: “Jetzt sind wir dran!”

Nach der Vorrunde musste man allerdings etwas ganz anderes befürchten, nämlich, dass der SV Victoria Seelow eine Art Durchmarsch machen würde. Vor allem nach dem Spiel gegen den SV Rot-Weiß Reitwein musste man Angst vor Langeweile haben. Die Seelower gewannen mit 13:0. In nur 15 Minuten Spielzeit 13 Tore zu schießen, ist schon bemerkenswert. Der Reitweiner Damian Grzegorski sagte dazu noch mit einem leichten Schmunzeln auf dem Gesicht: “Wir wussten, dass wir hier keine Chancen haben werden. Wir wollen wirklich nur Spaß haben und nehmen das Ergebnis gelassen.” Die Reitweiner waren recht kurzfristig eingesprungen, da der Pokalverteidiger 1. FC Frankfurt verzichtete.

Zuvor schossen sich die Blau-Weißen aus Wriezen gegen den SV Jahn Bad Freienwalde mit 7:1 warm. Und auch Müncheberg hatte Torhunger. Sie bezwangen Bad Freienwalde mit 8:0. So gab es dann im ersten Halbfinale die Partie Seelow gegen Müncheberg und im Zweiten spielte Wriezen gegen die starken Neutrebbiner. Müncheberg gewann überraschend leicht mit 4:2 und Wriezen bezwang Neutrebbin mit 4:1.

Die Herthaner absolvierten dann im sogenannten Kleinen Finale ihr bestes Turnierspiel. Mit 6:5 bezwangen sie Victoria Seelow. Die Seelower lagen dabei schnell nach zwei Toren von Philipp Pflug, der mit neun Treffern auch bester Torschütze im Turnier wurde, in Front. Bester Spieler in dieser Partie um Platz drei war Seelower Torhüter Silvio Gelleszum, der gegen Markus Witulski gleich zweimal großartig halten konnte. Apropos Gelleszum. Er war wohl der älteste Aktive in der Halle. Der 37-Jährige war einer der Besten. “Ich mag die Atmosphäre hier in Letschin”, sagte der Seelower, den alle nur Bimbo nennen. “Mein größter Erfolg in der Halle war eine Kreismeisterschaft, die ich noch mit Rot-Weiß Diedersdorf gewonnen hatte.” Er fühlte sich ganz offensichtlich sehr wohl auf dem harten Hallenboden.

Doch trotz guter Torhüterleistungen, denn auch Benni Kaminski parierte großartig, stand es nach den regulären 15 Minuten 3:3. Im Elfmeterschießen behauptete sich Neutrebbin mit 3:2. Die Schwarz-Gelben aus Neutrebbin präsentierten sich als Klasseteam und hatten völlig zu Recht mit Felix Müller auch den besten Turnierspieler in ihren Reihen.

Matthias von Cziczewski und die Landtagsabgeordnete und Stifterin des Oderbruchpokals, Jutta Lieske, übergaben dann kurz vor Mitternacht die Pokale und Urkunden. Geehrt wurde neben dem Sieger FSV Blau-Weiß Wriezen auch deren Torhüter Patrick Geue. “Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet”, lautete sein erster Kommentar. Eine Entscheidung, die sicherlich nicht einfach war, denn es gab teilweise großartige Torhüterleistungen zu sehene Mit neun Treffern wurde der Seelower Philipp Pflug bester Torschütze des Turniers. Die Krone für den besten Spieler erhielt Felix Müller vom SV Hertha Neutrebbin.Christin Ballin, Robert Nitz und Peter Saul waren die Schiedsrichter in diesem Turnier.

Rainer Matzer (74) und Erich Koller (77) sind echte Urgesteine im Verein und wurden von Hallensprecher Michael Böttcher auch besonders begrüßt. Beide sind schon mehr als 60 Jahre im Verein. “Wir können uns noch an die Einweihung der Halle erinnern. Unsere Sporthalle ist heute ein echtes Schmuckstück geworden. Wäre nur schön, wenn unsere Jungs wieder einmal dieses Turnier gewinnen könnten”, waren sich beide einig.